Zum Artikel „Zusammenhalt als Aufgabe“ in der „Rheinpfalz“ vom 12. August 2026
Mike Oehlmann wirbt in der Rheinpfalz vom 12. August 2026 für „mehr Miteinander“, „Respekt“ und eine „Politik des Zuhörens“. Er betont, dass Zusammenhalt im Rat selbst beginne und ein Oberbürgermeister auch im Ton eine Vorbildfunktion habe.
Das klingt zunächst gut. Nur: ein gutes Miteinander zeigt sich nicht darin, dass man im Wahlkampf davon spricht. Es zeigt sich vor allem darin, wie man mit Widerspruch, Kritik und politischer Auseinandersetzung umgeht.
Und genau hier entstehen erhebliche Zweifel.
Obwohl Oehlmann von Sachorientierung und Dialog spricht, verbindet er seine Aussagen zugleich mit Seitenhieben gegen die politische Konkurrenz. Gleichzeitig reagiert er selbst ausgesprochen empfindlich auf inhaltliche Kritik und spricht über verschiedene Kanäle von angeblichen Falschbehauptungen, sobald ihm eine politische Auseinandersetzung nicht passt.
Wer bereits im Wahlkampf so mit Kritik umgeht, lässt Zweifel daran aufkommen, ob er später tatsächlich zu einer konstruktiven Zusammenarbeit fähig ist. Kritikfähigkeit ist keine Nebensache. Sie ist eine Grundvoraussetzung für das Amt des Oberbürgermeisters.
Noch schwerer wiegt allerdings eine andere Frage:
Wie hält es Mike Oehlmann mit denjenigen, die unsere Demokratie offen ablehnen?
Was in manchen Facebook-Kommentarspalten noch unterschwellig passiert, wird in diesem Artikel zumindest in der politischen Haltung öffentlich sichtbar: Oehlmann betont, mit allen Gruppierungen im Stadtrat das Gespräch suchen zu wollen – unabhängig von ihrer politischen Couleur. Gespräche mit politischen Gegnern gehören zur Demokratie. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen demokratischem Dialog und fehlender Abgrenzung gegenüber Antidemokraten.
Unter seinen Beiträgen finden sich immer wieder zutiefst menschenfeindliche und faschistische Kommentare. Wenn darauf nicht klar und entschieden reagiert wird, ist das ein Problem. Von einem, der OB werden möchte, muss erwartet werden, dass er dort eine unmissverständliche Grenze zieht. Nicht irgendwann, sondern gerade dann, wenn es Gegenwind gibt.
Auch seine Aussage, mit allen Gruppierungen im Rat das Gespräch suchen zu wollen, wirft deshalb eine entscheidende Frage auf: Wie sieht dieses Gespräch aus, wenn darunter auch Menschen sitzen, die unsere demokratischen Grundwerte offen angreifen? Dialog darf niemals bedeuten, dass denjenigen, die unsere Demokratie bekämpfen, unwidersprochen Raum gegeben wird.
Für eine Oberbürgermeisterin oder einen Oberbürgermeister ist das eine Frage der Haltung.
Stefanie Seiler hat diese Haltung. Sie macht zu jeder Zeit deutlich, dass sie für Vielfalt, Demokratie und ein respektvolles Miteinander steht. Und sie tut das auch dann, wenn es unbequem wird oder Gegenwind gibt. Im selben Artikel stellt sie ausdrücklich klar: „Eine Zusammenarbeit mit Gegnern der Demokratie kommt für mich nicht infrage.“
Genau diese klare demokratische Haltung braucht Speyer.
Gerade Menschen, die von Antidemokraten bedroht, angegriffen oder eingeschüchtert werden, müssen wissen, dass ihre Oberbürgermeisterin an ihrer Seite steht – ohne Wenn und Aber. Deshalb ist Stefanie Seiler die Kandidatin, die für ein glaubwürdiges Miteinander steht. Nicht, weil sie jede politische Position vertritt, die alle teilen. Sondern weil sie dafür steht, auch in schwierigen Zeiten Haltung zu zeigen, Kritik auszuhalten, klare Grenzen zu setzen und gleichzeitig Brücken zu bauen.
Das ist glaubwürdiges Miteinander.
Jana Dreyer, Fraktionsvorsitzende